Wer Böses dabei denkt

Es ist schon erstaunlich, welche Anstrengungen die Treibstoff verkaufende Wirtschaft unternimmt, um uns Kunden zufriedenzustellen. Sogar mehrmals täglich Preisänderungen sind da nicht zu viel. Dank digitaler Anzeigen ist das heutzutage angenehm einfach. Morgens gibt es Diesel für 1,22 Euro, abends für 1,11 Euro. Vielleicht konnte die Lieferung, die ab Mittag ausgeschenkt wird, günstiger im Nahen Osten eingekauft werden? Und das Tag für Tag! Oder sind die nächtlichen Heizkosten, um die empfindlichen Ölprodukte für die im Morgengrauen Bedürftigen in eine ideale Fließtemperatur zu bringen, doch erheblich höher, als wir alle annehmen? Man weiß es nicht. Nicht minder auffällig – und natürlich extrem kundenfreundlich – ist, dass es in jeder Straße nur zwei Preise gibt: die der Marken und die der Billiganbieter. Absprachen im Wettbewerb? Pfui, wer Böses dabei denkt. Das ist doch verboten! Klar, zu Ferienzeiten und an Feiertagen muss das wertvolle Nass natürlich noch teurer sein. Vermutlich stehen auch die liefernden LKW in den Staus der Reiselustigen und müssen diesen Zeitaufwand selbstverständlich weiter berechnen. Wer hätte dafür nicht Verständnis. Ironie Ende. Sehr merkwürdig. Dieses Unverständnis wird nur von einem Punkt noch übertroffen. Die Tankstellen auf meinem morgendlichen Weg in die City sind sehr gut besucht. Was sind das für Menschen? Das ist merkwürdig.