Der will doch nur spielen

Reden wir über Selbstverständlichkeiten. Demokratie zum Beispiel. Oder Erwachsensein, gesunden Menschenverstand, Vertrauen. Reden wir über Herrn Seehofer. Nur über die Person, denn politische Ansätze aus Bayern sind durchaus einer näheren Betrachtung wert. Was genau ist Demokratie: Eine frisch konstituierte Regierung mit Koalitionsvertrag, der scheinbar unendlichen Spielraum für „alternative Lösungen“ lässt. Ein Innenminister, der eifrig seine Arbeit tut und in einem Masterplan fixiert – diesen jedoch nicht zeigt, nicht einmal den Koalitionspartnern. Ein Politiker der zweiten Ebene, der die erste mit Ultimaten erpresst. Ein Ressortchef, der seiner Kanzlerin ein Gespräch anbietet und es wohlwollend als „Entgegenkommen“ bezeichnet. Ein erwachsener Mensch, der – sollte er seinen Willen nicht durchsetzen – trampelt, von seinem Pausenbrot nichts mehr abgibt und den Kindergarten verlässt. Ja, all das ist Demokratie … nicht. Selbst Politik ist es nicht, denn die wäre sachlich, nicht persönlich. Es geht scheinbar um Macht und Geltungssucht. Wie kann ein demokratisches Parlament das zulassen? Wieso hat es per Mehrheit nicht die Möglichkeit, Befugnisse von Ämtern situativ zu reglementieren und zur Not auch mal einen notorischen Querschläger einer privatwirtschaftlichen Verwendung zuzuführen? Vertrauensfrage light sozusagen. Das wäre Demokratie. Meine Meinung.